Azubi Emil schreibt

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„Typisch Junghund“ rufen meine Menschen zur Zeit ganz schön oft, wenn ich irgendetwas tue. So ganz verstehe ich das nicht, aber manchmal erklären sie das anderen Menschen und so kann ich mir auch einen Reim darauf machen.

Zum Beispiel: Ich spiele mit einer netten Hündin, dann ruft mich mein Rudel und ich laufe natürlich zu ihnen. Dann will ich doch noch etwas spielen und halte wieder an und mein Rudel ruft nochmal, schon etwas lauter und ich denke: Ach, bisschen Spass muss sein und gehorche eben nicht und laufe zur Spielkameradin zurück.

Oder: Mein Rudel ruft „Weg da vom Wasser, das ist Schlamm und stinkt“ − und ich kann gar nicht anders, als doch hereinzuspringen. Ich habe viel viel Energie in mir, da weiß ich manchmal gar nicht wohin damit. Ich renne meist doppelt so viel wie mein Freund Bootsmann, der einfach den Spazierweg entlang läuft. Das ist mir viel zu langweilig und dann boxe ich ihn in die Seite, denn normal Laufen ist doch fad und ich will spielen.

Manchmal macht er mit und tobt mit mir, manchmal zeigt er mir deutlich, dass er mich für einen … „Jung“hund hält. Was das wohl bedeutet? Na ja, ich werde größer (auf dem Foto zu sehen) und bin wohl auf dem Weg, ein erwachsener Hund zu werden. Aber das bin ich noch nicht! Und so vergesse ich manchmal, was ich schon alles gelernt habe und will wieder wie ein Welpe sein, spielen und schmusen und dann fühle ich mich wieder ganz groß und stark und unbesiegbar. Gar nicht so einfach, aber auch eine tolle und besondere Zeit. Eben typisch Junghund!

Mein Rudel ist mit mir über Ostern zum ersten Mal verreist. Dafür bin ich ganz schön lange mit meinem Freund Bootsmann hinten im Kofferraum im Auto gesessen. Wir dachten, die Fahrt hört gar nicht mehr auf. Wir haben herausgeschaut und gesehen wie die Landschaft an uns vorbeizieht, das war lustig aber irgendwann auch etwas langweilig.

Bootsmann meinte, ich kann mich freuen, denn eine lange Fahrt heißt immer ein schönes Ziel. Und so war es auch. Wir hielten an, sprangen aus dem Auto und der Boden war ganz anders als sonst: Sandig und dann dieses Wasser, das mit lautem Geräusch näher kam und wieder weg ging. Wellen heißt das und Vögel waren da und Seetang und man konnte toll buddeln im Sand und rennen und spielen. Der Wind blies, es roch etwas salzig und das Meer ging soweit ich schauen konnte und noch viel weiter. Jeden Morgen und Abend machen wir einen langen Spaziergang und dazwischen gibt es manchmal etwas vom Fischbrötchen meiner Menschen ab, denn in der Ostsee gibt es viel frischen Fisch. Das ist lecker.

Gleich zu Beginn unserer Reise habe ich in der Nacht viel husten müssen, das ist in den Tagen darauf auch so geblieben. Das war komisch, ich konnte gar nicht richtig schlafen und war müde, obwohl es am Meer so toll war. Husten und Erkältung nennt man das und das können nicht nur Menschen, sondern auch wir Hunde bekommen. Na ja, da braucht es ein wenig Geduld und Ausruhen sagten meine Menschen. Das fiel mir nicht leicht, da ich am liebsten immer am Strand entlang laufe. Aber bald ist es dann mit der richtigen Medizin auch schon wieder besser geworden und ich bin dann sogar noch im Meer kurz schwimmen gewesen. Brrr. Das war kalt! Kurz geschüttelt und alles wieder gut. Jetzt bin ich auch ein Meerhund.

… wenn wir Hunde spielen und toben. Spielerisch erproben wir dabei unsere Kräfte und trainieren Fähigkeiten wie lauern, anschleichen und ringen. Das alles nur Spiel bleibt und wir uns nicht wehtun, dabei passen wir auf. Und wenn es doch mal zu doll wird, dann sagen wir Bescheid. Wuff, Wuff!

Ich habe Euch ja schon erzählt, ich wohne mit meinem Freund Bootsmann zusammen. Er ist auch ein Schapendoes und wir verstehen uns prima. Wir kennen uns inzwischen gut und sprechen die gleiche Sprache. Ah, du wunderst Dich darüber, dass wir sprechen. Nun, wir sprechen kaum mit Worten, sondern vielmehr mit unserer Mimik und Körperhaltung. Und da unterschiedliche Hunderassen ganz verschieden aussehen, ist es wichtig, viele unterschiedliche Hunde, ihre Sprache und ihren Ausdruck kennenzulernen.

Mein Frauchen geht deshalb oft mit mir an Orte, wo ich andere Hunde treffen kann. Am Anfang war ich noch sehr unsicher. Da ich nicht genau wusste, was auf mich zukommt, habe ich erst Mal ein bisschen gebellt und geknurrt. Inzwischen kenne ich mich aber schon viel besser aus und bleibe meist gelassen, wenn ein anderer Hund auf mich zukommt. Und manchmal verstehe ich mich richtig gut mit ihm und wir spielen noch eine Runde zusammen.

Belohnungen

Hast Du schon mal beobachtet, dass viele Hundebesitzer immer Spielzeug und Leckereien in ihren Taschen haben? Mein Frauchen auch. Und immer wenn ich etwas mache, was wirklich anstrengend für mich ist und wo ich mich voll konzentrieren muss, bekomme ich etwas, was ich wirklich mag.

Du kannst Dir sicher vorstellen, dass ich nicht immer Lust habe, sofort zu kommen, wenn mein Frauchen ruft. Manchmal habe ich vielmehr Lust, noch mit einem Hundekumpel weiterzuspielen oder noch etwas an dem zu graben, an dem ich gerade dran bin (wer weiß, was da noch zu finden ist) und dann habe ich eigentlich gar keine Lust zu kommen. Aber da es sich eigentlich immer lohnt und mein Frauchen sich dann so freut und mit mir etwas Tolles macht, komme ich halt doch. Und manchmal darf ich dann sogar noch weiterspielen. Dann lohnt es sich doppelt.


Mein Freund Bootsmann kommt schon lange, wenn man ihn ruft und geht dabei auch über Stein und Stock, wie Ihr im Video sehen könnt

Klar kann ich auch ohne dass es mir jemand beibringt, sitzen und liegen. Aber was Frauchen meint, wenn sie „Sitz“ und „Platz“ sagt, das lerne ich in der Hundeschule. Dabei zeigt sie mir immer erst, was ich machen soll und sagt dann das Kommando. So verstehe ich, was die Worte bedeuten. Und weil wir Hunde Körpersprache sehr viel besser verstehen als die Lautsprache, verwendet sie noch ein Zeichen dazu.

Ich muss mich ganz schön anstrengen, um mich darauf zu konzentrieren und mir alles zu merken. Doch meistens macht mir das Lernen viel Spaß. Und wie in Deiner Schule gibt es bei uns auch Pausen für die Erholung. Dann flitze ich mit den anderen Hundeschülern wild über den Platz. Das macht vielleicht Spaß!

…doch ich bin neugierig, die Welt ist groß und es gibt soviel zu entdecken. Im Wald riecht es so interessant. Zur Freude meines Frauchens grabe ich tiefe Löcher und komme erdverschmiert wieder zurück.

Aber es gibt auch viele unheimliche Sachen. Da gibt es zum Beispiel so riesige Kästen, die laut fauchend und brummend durch die Gegend fahren. Puh, hab ich mich davor erschreckt. Am liebsten wollte ich schnell nach Hause rennen. Doch mein Frauchen hat dafür gesorgt, dass ich mich langsam annähern konnte. Da habe ich schnell gemerkt, dass die mir nix tun. Die bleiben nämlich immer auf ihrem Weg (der heißt wohl Strasse) und wenn ich warte und sie vorbeilasse, sind sie ganz schnell weg.

Und was es sonst noch für viele neue Sachen gibt: Jede Menge Hunde, große und kleine, Jogger, Fahrradfahrer, Einkaufswagen, Bagger, … am liebsten verstecke ich mich dann immer erst mal hinter meinem Frauchen. Doch sie rennt auch hier nicht mit mir weg, sondern zeigt mir ganz ruhig, dass alles sicher und in Ordnung ist.

Und so gewöhne ich mich nach und nach an alles. Natürlich hilft mir auch mein Freund Bootsmann dabei. Er kennt sich ja aus und wenn er cool bleibt, weiß ich, dass alles gut ist.

Mein Frauchen sagt immer: „Kein Übel ist so groß, wie die Angst davor.“. Ich denke, meistens ist da wohl was dran.

Hallo zusammen!

Mein Name ist Emil. Ich bin der neue Azubi in der Praxis von Katrin Helmke-Ruß.

Im Januar 2015 hat meine Ausbildung begonnen und ich darf nun ganz viel lernen. Ich bin, wie mein Freund und Vorbild Bootsmann, ebenfalls ein niederländischer Schapendoes, bin fünf Monate alt und ich freue mich auf viele Kinder in der Praxis.

Seht es mir bitte nach, wenn ich am Anfang noch etwas wild bin, wenn ich mich freue. Es ist alles noch sehr aufregend.

Na, jedenfalls freue ich mich auf alles, was ich nun hier lerne. Darüber werde ich nun regelmäßig in diesem Blog berichten – mit Fotos, Videos und allem drum und dran. Ich freue mich, wenn Ihr öfter mal vorbei schaut.

Euer Emil